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privat:gedanken:gedanken-01

am Arsch der Welt ...

Ja, die undankbaren Ossis… schon wieder einmal …
und nach all den neuerlichen Irrungen und Wirrungen …
sagt doch wieder eine: „Man muss endlich ganz viel erzählen und einander zuhören.“ Du meine Güte. Die Ossis der 90er Jahre haben sich bis zum Erbrechen erklärt, aber es wollte doch nicht wirklich jemand wissen, was ihnen wichtig war.

Ich gehöre zu jenen Menschen, die nach der Wende nie wieder einen festen Job bekommen haben.
Nur weil ich nicht in der sozialen Hängematte herumdümpeln wollte, bin ich in ABM's und dann in die Selbstständigkeit gesprungen.
Ich wusste nicht, wie das geht und ich kann Euch sagen, es waren sauschwere, unbeschützte Jahre.

Fast überall standen mir plötzlich westdeutsche Entscheidungsträger gegenüber, die mich nicht kannten und mich schon gar nicht brauchten. Sie sind in den Osten gezogen und haben hier über Jahrzehnte die guten Jobs übernommen. Mit ihrem Reichtum sorgten sie mit der Zeit für „ossifreie Zonen“ im Osten. Nicht nur bei den Jobs, sondern auch in angesagten Stadtquartieren, Kulturorten … Aber das ist ja bekannt – oder?

Und viele, die aus glücklicher Fügung ihre Jobs behalten hatten, fühlten sich sehr bald als die besseren Menschen. Wir hier drinnen und ihr da draußen.

Sie ließen zu, dass die Honorare ins bodenlose sanken – Du bist ja schließlich nicht mein Kollege, nur eine Freie. Und so oder so erging es in diesem Teil Deutschlands vielen und die Ausschreibungen für die Aufträge wurden zum gegenseitigen Unterbieten ausgenutzt.
Der ganze Mist hat mit dem Zugeständnis zu zwei Tarifzonen begonnen. Das Grundgesetz wurde dafür ausgehebelt.

Hernach galt nicht mehr: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Man muss sich also nicht wundern, wenn es irgendwann, nach schlapp 30 Jahren, unter dem Teppich zu stinken beginnt.

Diese Gedanken habe ich bei einer lieben Freundin gefunden und es trifft auch alles für mich zu.

Und nun begegnen mir diese Erscheinungen im alten und neuen Westen auch immer öfter,
es geht nicht mehr um Ossi oder Wessi,
es geht um Sieger und Verlierer,
um Arme und immer Reichere,
um immer kunstvollere Geld-aus-der-Tasche-zieh-Methoden,
um Frauen und Männer, die hier alles aufgebaut haben und nie ein Vermögen zur Altersvorsorge verdienen konnten …

Ich habe in dieser verrückten Zeit wundervolle Menschen und Freunde kennengelernt,
ich schaue nicht mehr nach Ossi oder Wessi
und nun versuche ich immer mehr meinen Träumen zu folgen …

als Apfelmann und in unserem alten Garten habe ich meinen Frieden gefunden

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privat/gedanken/gedanken-01.txt · Zuletzt geändert: 2021/08/10 04:04 (Externe Bearbeitung)