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Jacobskreuzkraut

eine schlimme Schönheit in Obstanlagen

Bevorzugt werden trockene und sonnige Standorte auf mageren und fetten Wiesen, Straßenränder und Bahndämme.
Die toxische Wirkung wird durch den Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden verursacht.
Nach der Aufnahme gibt es im Körper Vergiftungen, insbesondere Leberfunktionsstörungen.
Das Gift wird im Körper nicht abgebaut und nicht ausgeschieden, dadurch ist das Jacobskreuzkraut bei häufiger Aufnahme für alle Tiere tödlich giftig.
Alte Pflanzen werden von den Tieren gemieden, im Heu und in der Silage werden diese Pflanzen nicht mehr von den Tieren erkannt, auch junge Pflanzen sind problematisch, da diese kaum Bitterstoffe enthalten.

Verwechslungsmöglichkeiten für Ungeübte sind
Johanniskraut, Pippau, Rainfarn, Herbstlöwenzahn und Ferkelkraut.

Früher gab es eine sehr intensive Landnutzung, jede Fläche wurde gebraucht, es gab nur sehr wenige Standorte und Flächen mit Kreuzkräutern. Diese Pflanzen sind für viele Schmetterlinge begehrte Nektar- und Pollenquelle und Nahrungspflanze für den sehr seltenen Blutbär.
In den letzten Jahrzehnten gibt es durch die Veränderungen in der landwirtschaftlichen Nutzung, immer mehr vernachlässigte Flächen, die sehr problematisch werden können.
(Jakobskreuzkraut, Kanadische Goldrute, Drüsiges Springkraut, Wiesenkerbel …)
Das betrifft veränderte Nutzungs- und Bearbeitungszeiträume und eine allgemeine Reduzierung der Kosten zu Lasten unserer Umwelt.
Pferdesport wurde modern und viele Pferdefreunde wissen oft immer noch nicht, dass Wiesen-, Weide- und Landschaftspflege mit sehr viel Aufwand verbunden ist.

Wenn sich das Jacobskreuzkraut zu stark vermehrt hat, kann der Aufwuchs nicht mehr als Frischfutter, Heu oder Silage verwendet werden.
Die Honigbienen fliegen nur auf Jacobskreuzkraut, wenn keine weiteren Trachten blühen und dann kann sogar der Honig giftig werden.

Wichtig ist das Verhindern einer Verbreitung auf benachbarte Flächen anderer Eigentümer, um rechtliche Schäden zu vermeiden.

Unter welchen Bedingungen kann sich das Jacobskreuzkraut besonders vermehren:
Zur Keimung wird offener Boden gebraucht, diese Vegetationslücken, auch Lebensraum für Wildbienen, die in Streuobstwiesen nichts Schlimmes sind, entstehen durch falsche oder fehlende Grünlandpflege und Trittschäden durch zu intensive Beweidung.
Stillgelegte Flächen, Brachen und Wegränder können ebenfalls stark belastet werden.

Maßnahmen zur Bekämpfung:
Die Förderung der Kulturgräser ist auf Blüh- oder Streuobstwiesen sehr schwierig,
der Tierbesatz muß verringert werden, um Trittschäden zu vermeiden, die Weide- und Schnittnutzung sollte regelmäßig wechseln,
eine Grünlandpflege durch Walzen, Schleppen und Nachmahd fördert die Bestockung der Gräser, entstandene Narben- und Trittschäden sollten durch Nachsaat repariert werden.
Bei einer Beweidung ist die Nachmahd die einzige Möglichkeit, die Vermehrung und Ausbreitung der giftigen oder nicht schmeckenden Pflanzen zu verhindern.

Wie können verseuchte Flächen saniert werden?
Die manuelle Entfernung der Pflanzen ist extrem Zeit- und Arbeitsaufwendig und bei freiwilligen Hilfen fast nicht zu schaffen.
Eine der wenigen Möglichkeiten ohne Herbizideinsatz ist es, mehrere Jahre mindestens 2 x im Jahr kurz vor der Blüte zu mähen und das Mähgut zu entsorgen. (Heisse Kompostierung , Biogasanlage oder Sondermüll)
Der erste Schnitt sollte erfolgen, wenn die Hälfte der Pflanzen erste offene Blüten hat, der zweiter Schnitt wird nötig, wenn die Hälfte der wieder ausgetriebenen Pflanzen erste offen Blüten zeigt.

Problematisch ist es, dass Bauern oder Dienstleister mit entsprechender Technik kaum zu finden sind und diese können meist nicht auf Zuruf und bei Bedarf mähen.
Zu frühes Mähen fördert vegetatives Wachstum, wir bekommen robuste mehrjährige Pflanzen und zu spätes Mähen fördert die Notreife der Samen.
Bei früher Mahd kann gemulcht werden, auf Weideflächen müssen die Pflanzen und das Mähgut, entfernt werden.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein streifenweises starkes Mulchen oder flaches Umbrechen (Pflügen) und die Aussaat mit speziellen Niederwild fördernden Saatgutgemischen oder landwirtschaftlichen Zwischenfrüchten. Leider sind diese Maßnahmen nicht immer Naturschutzkonform und verursachen erhebliche Kosten

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flora/gift/jakobskreuzkraut-04.txt · Zuletzt geändert: 2018/12/27 20:37 (Externe Bearbeitung)