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3. Dezember

jetzt gibt es ein kleines Märchen mit einer freundlichen und ganz lieben Genehmigung für meinen Adventskalender von der MPREIS Warenvertriebs GmbH

Das Märchen vom wunderbaren Apfel

Adventskalender Es war einmal ein Apfelbaum, der auf einer großen Wiese stand. Dieser Apfelbaum war sehr, sehr glücklich und immer fröhlich - denn er hatte all seine Freunde, die Vögel, die Pilze, die Ameisen und Schmetterlinge um sich und ihm fehlte es an nichts. Darum brachte er auch die besten, saftigsten Äpfel hervor. Und diese Äpfel hatten eine Eigenheit: Jeder der sie aß, spürte von dieser Freude und vergaß sogleich seine Sorgen.

An einem sonnigen Nachmiitag kam ein kleiner Bub vorbei und bemerkte auf dem Baum einen besonders schönen Apfel. Er pflückte ihn, biss genüsslich hinein und machte sich wieder auf ins Dorf. Auf dem Weg dorthinsah er eine Frau, die hinkte. „Was fehlt dir“, fragte der Bub. „Ach Kind, ich war einmal so wendig wie du, nur bin ich dann erkrankt und mein starrer Fuß ist mir geblieben.“
Der Bub dachte daran, wie gern er doch über die Felder lief und über Stock und Stein sprang und wie schlimm es wäre, wenn er das nicht mehr könnte.
„Hier nimm diesen Apfel, du brauchst ihn dringender als ich. Es ist ein besonderer Apfel und er wird dich sicher stärken..“ Die Frau freute sich über die nette Geste und nahm ihn dankend entgegen. Als sie von dem saftigen Apfel abbiss, spürte sie seine Kraft und fühlte sich so jung und wendig, wie schon lange nicht mehr. Überglücklich ging sie ins Dorf zurück, um ihren Freunden davon zu erzählen.
Da fand sie am Dorfeingang ein kleines Mädchen weinend am Wegesrand sitzen. „Ja Mädchen, was fehlt dir?“, fragte sie es. Das Mädchen schluchzte: „Ich bin gestolpert und dann ist mir mein Butterbrot auf den Boden gefallen. Jetzt ist es so schmutzig, dass ich es nicht mehr essen kann. Aber das war meine einzige Jause für heute!“
„Komm, wein' doch nicht!“, sagte die Frau und gab dem Kind den Apfel als Geschenk.
Vergnüglich biss es in den Apfel und der schmeckte so gut, dass das Mädchen gar nicht mehr auf den Weg achtgab und in die „Stumme Straße“ einbog. Die Leute aus dem Dorf nannten diese Straße so, weil hier nur ein Haus stand - das eines alten Mannes, der nie sein Haus verließ und seit jeher mit keinem im Dorf geredet hatte. Daher betrat sonst keiner von den Dorfbewohnern diese Straße.
Durch ein Fenster sah das Mädchen den alten Mann in einem Stuhl sitzen und beobachtete, wie dieser in die Leere starrte. „Der Mann ist sicher sehr einsam“, dachte es sich. „Ich will ihm diesen Apfel geben. Er hat mich aufgeheitert, die Frau von vorhin war guter Laune und vielleicht freut sich der alte Mann ja auch darüber.“
Nach einer Weile winkte sie dem Mann kurz zu. Dieser schien sie nicht zu bemerken, worauf das Kind zur Tür eilte und anklopfte. Wortlos öffnete er und schaute das kleine Mädchen erstaunt an.
„Hier, ich möchte ihnen diesen Apfel schenken. Den hab' ich heute selbst bekommen und ich musste dann nicht mehr weinen. Vielleicht macht er ihnen auch eine Freude.“
Die Augen des alten Mannes begannen zu strahlen. Noch nie zuvor hatte ein Kind an seine Tür geklopft, um ihn zu beschenken. Überwältigt vor Glück nahm er das Geschenk an und bat sie herein. Und dann geschah etwas, was sich niemand jemals vorstellen hätte können: Der alte Mann begann zu reden, und er erzählte stundenlang von früher und davon, was er alles erlebt hatte - so groß war die Freude über die nette Aufmerksamkeit des Kindes

Und so ergab es sich, dass das Kind den seltsamen alten Herrn, der eigentlich gar nicht so seltsam war, immer wieder einmal und auch mit Freunden besuchte, um aufgeregt seinen spannenden Geschichten zu lauschen.
Und der Apfelbaum? Ja, der war fröhlich wie immer und freute sich, die Menschen mit noch vielen seiner Äpfel beglücken zu können …

© Markus Moser

Diese Geschichte habe ich hier MPREIS - Tag des Apfels gefunden zurück

lieder/advent/03/0300.txt · Zuletzt geändert: 2018/12/03 12:01 von apfelmann